Sprachreise um den Globus

Die Sprachentwicklung ist ein komplexer Vorgang und mit dem gesamten Entwicklungsprozess von Kindern verknüpft. Sprache ist der Schlüssel zur Welt und die Grundlage für eine gelingende Bildungsbiographie und die Integration in die Kindergemeinschaft und die Gesellschaft. Das ganze Jahr über steht die sprachliche Entwicklung der Kinder deshalb im Fokus der Förderung und Bildung in unseren Kindertagesstätten. Am bundesweiten Vorlesetag wird diese Bedeutung noch einmal hervorgehoben. Wir haben die Kita Märchenland im Stadtbezirk Mitte besucht.

 

Die Kinder umringen Claudia Linsel und lauschen gebannt ihrer Stimme beim Vorlesen einer Tiergeschichte. Als sie endet, möchten die Kinder noch mehr hören. Aber die Referentin des Paritätischen Wohlfahrtverbandes schaut auf ihre Uhr und verabschiedet sich mit vielen netten Worten. Der nächste Vorlesetermin in einer anderen Kita ruft.


In der Kita Märchenland werden 160 Kinder gefördert und betreut. Die Sprachräume sind vielfältig, aus denen sie und ihre Familien kommen. 68 Prozent der Kinder haben einen Migrationshintergrund. »Wir reisen täglich einmal rund um den Globus. Wir haben Kinder, deren Muttersprache japanisch, französisch, afrikanisch oder russisch ist. Manche wachsen auch zweisprachig auf«, erzählt Kitaleiterin Marlies Schneider. Allen gemeinsam ist die deutsche Sprache, die sie hier lernen und ohne die sie sich nicht verständigen könnten. Die deutschen Kinder reagieren positiv auf die unterschiedlichen Sprachen, die sie durch ihre Spielkameraden kennenlernen. Viele der deutschen Eltern melden ihre Kinder ganz bewusst in der Kita Märchenland an, damit sie die gesellschaftliche Realität und Vielfalt erleben und schon früh Erfahrungen damit sammeln können.

 

Wie in allen Kitas des Trägers wird auch in der Kita Märchenland die alltagsintegrierte sprachliche Bildung praktiziert. Das heißt, die Erzieher nutzen den gesamten Kita-Alltag um die Sprachentwicklung gezielt anzuregen und zu fördern. Die Pädagogen sind wichtige Sprachvorbilder! Sie sind aufmerksam für das was ihnen die Kinder mitteilen möchten und ermutigen sie, sich auszudrücken. Sie sorgen für vielfältige Gesprächsanlässe. Die gezielte Materialauswahl und Raumgestaltung sind Teil des ganzheitlichen Prozesses.


Zwei Facherzieherinnen für Sprache unterstützen in dem 26-köpfigen Team die Mitarbeiter bei der Umsetzung des alltagsorientierten Sprachkonzeptes. Bei Bedarf bieten sie auch für einzelne Kinder eine zusätzliche Einzel- oder Kleingruppenförderung an. Vier Jahre lang konnte sich bis Ende 2015 eine Sprachexpertin im Rahmen des Bildungsprogramms »Offensive frühe Chancen« ganz dem Thema Sprache widmen. Neue Lernmaterialien wurden angeschafft. Es entstand ein eigener Raum, der für sprachfördernde Kleingruppenarbeit, Elternarbeit und den Austausch mit Kollegen genutzt wird. Die Kita arbeitet eng mit dem Sprachförderzentrum Mitte zusammen. Das gesamte Team hat sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und motiviert neu eingebrachte Methoden der Sprachexpertin umgesetzt.

 

Auch die Eltern werden eingebunden. Regelmäßig kommt ein Elternteil in die Kita und liest den Kindern in seiner Muttersprache vor. Das macht die Kinder stolz und sie fühlen sich angenommen und wertgeschätzt. In Elternrunden ­informieren Lehrer­kollegen der kooperierenden Grundschulen die Eltern darüber, welche Fähig­keiten ihre Kinder für den Schulbeginn brauchen. »Viele Eltern sind dann ­erleichtert, weil sie oft zu viel von ihren Kindern erwarten. Die mit uns kooperierenden Schulen versichern uns immer wieder, dass unsere Kinder gut auf die Schule vorbereitet sind«, freut sich Marlies Schneider.

 

Unsere Kita Märchenstraße freut sich über neue Kollegen im Elementarbereich.  Die Ausschreibung finden Sie hier.

 

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